Wettbewerb
Mehr als die Hälfte der Umzugsgruppen nimmt dieses Jahram Wettbewerb teil. Lange bereiten sie sich darauf vor, wählen ein Thema aus und setzen es künstlerisch um. Es werden sieben Auszeichnungen vergeben:
– drei Preise im Bereich Gesamtformation
– zwei Preise für ‘Schönste Wagen’
– zwei Preise für die beste Kinder- und Jugendgruppe
Es wird keine einfache Aufgabe für die Jury sein, da die Präsentaionen und ausgewählten Themen weit reichen: von Burnout über Tukan und Cosplay bis hin zu Mallarmé. Eine echte Party der künstlerischen Vielfalt!
Preisverleihung
Montag, 20.5.14 Uhr
Latinauta-Bühne auf dem Straßenfest
DIE JURY 2013
JURYVORSITZ
Shermin Langhoff
Designierte Intendantin des Maxim Gorki Theaters
Copyright: Langkafel/Maifoto
Shermin Langhoff wurde 1969 in Bursa, Türkei geboren. Mit neun Jahren kam Sie nach Deutschland. Nach langen Jahren beim Film, unter anderem in Zusammenarbeit mit Fatih Akin bei "Gegen die Wand" u.a., war sie von 2004 bis 2008 Kuratorin am Berliner Theater Hebbel Am Ufer (HAU). Dort förderte sie in einer "Akademie der Autodidakten" viele Talente der deutsch-türkischen zweiten Einwanderergeneration; 2006 entstand Ihre Projektreihe "Beyond Belonging". "Schwarze Jungfrauen", das Feridun Zaimolu in ihrem Auftrag schrieb, wurde bei den Mülheimer Theatertagen 2007 zu den sieben besten Stücken nominiert. 2008 übernahm Langhoff die Intendanz des Theaters Ballhaus Naunynstraße: Der Blick und Austausch über den nationalen Rahmen, Interdisziplinarität und Nachhaltigkeit sind bei der Programmgestaltung ein wichtiges Anliegen. Ihre Produktion "Verrücktes Blut" hat internationales Aufsehen erregt, wurde zum Berliner Theatertreffen, den Mülheimer Theatertagen und zahlreichen internationalen Festivals eingeladen. 2011 erhielt Langhoff den KAIROS-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., der mit Euro 75.000 einer der höchstdotierten Kulturpreise in Europa ist sowie den Jahrespreis für Völkerverständigung der Helga und Edzard Reuter-Stiftung sowie 2012 den Moses-Mendelssohn-Preis. Ab der Spielzeit 2013/14 übernimmt Shermin Langhoff gemeinsam mit Jens Hillje die Intendanz des Maxim Gorki Theaters in Berlin.
PREISE FÜR DREI GESAMTFORMATIONEN
Erkennbarkeit der Gesamtkonzeption und deren Umsetzung
Ayse Polat
Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Produzentin
Ayse Polat ist im kurdischen Teil der Türkei geboren, lebt seit 1978 in Hamburg und Berlin. Von 1990 -1995 Studium der Philosophie, Kulturwissenschaften und Germanistik an der FU Berlin und an der Bremer Universität. Nach mehreren preisgekrönten Kurzfilmen ("Ein Fest für Beyhan" und "Gräfin Sophia Hatun") drehte sie im Jahre 2000 ihr Spielfilmdebüt "Auslandstournee", der auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt wurde. Ihr zweiter Spielfilm "En Garde" (2004) erhielt zahlreiche Preise u.a. wurde er auf dem Internationalen Filmfestival Locarno mit zwei "Silberne Leoparden" (Bester Film und Beste Darstellerinnen) ausgezeichnet und erhielt auch den Kritikerpreis für den besten Kinofilm 2005. Im Jahre 2007 gründet sie ihre Produktionsfirma PunktPunktPunkt Filmproduktion mit der sie die Kinofilme "Luks Glück" (2010) und "Die Erbin" (2013) produzierte. Sie bereitet ihr nächstes Spielfilmprojekt "Der Hof zum Fenster" vor.
Performance der Einzeldarsteller
Minako Seki
Choreographin, Tänzerin und Leiterin derMinako Seki Company

Minako Seki ist Tänzerin, Choreographin und Lehrerin, Gründerin der Minako Seki Company und Co-Direktorin der Berlin Post School for Physical Theater-Dance. Sie gehört zur dritten Generation der Butoh-Tänzer (Dance Love Machine, tatoeba – téâtre danse grotesque). Ihr Tanz basiert auf Butoh, Physical Theater und zeitgenössischen Tanzstilen. In ihren Stücken untersucht sie die Kommunikation zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, beschreibt emotionale Zustände und die Grenzen zwischen Realität und Illusion. Ihren Tanzstil nennt sie Dancing Between - im Raum des Dazwischen gibt es unendliche Möglichkeiten für ihren Tanz. In den letzten zwanzig Jahren hat Minako Seki ihre Körpertechnik und Unterrichtsmethode verfeinert und in der Seki Methode zusammengeführt. Sie spielt ihre Stücke und unterrichtet in Südamerika, den USA, Asien und Europa. Kollaborationen u.a. mit "Showcase – Beat le Mot" und Elias Cohen (Director of the Berlin Post School for Physical Theatre-Dance). U.a. hatte sie Lehraufträge, am "teatret cantabile 2" (DK), an der staatlichen "Akademi for Scenekunst" (NO), am Institut für angewandte Theaterwissenschaft in Gießen, an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft (Alfter), 2010 an der Folkwang Hochschule Essen und 2011/2012 an der Universität Hamburg im Bereich Performance Studies.
QUALITÄT DER KOSTÜME
Adowa Ode-Dombrowe
Modedesignerin (Malaika Design GbR)
Adwoa Ode-Dombrowe wurde in Ghana Geboren wuchs bis zu ihrem elften Lebensjahr dort auf. Seit 1996 lebt sie in Deutschland. Zusammen mit ihre Cousine Rosemary Dede gründete sie 2010 das berliner Modelabel Malaika Designs. Das Label ist benannt nach Adwoas Tochter Malaika (was in Swahili "Engel" oder "Guter Geist" bedeutet), verschmelzt die Tradition des Heimatkontinents der beiden Gründerinnen mit deren heutiger Lebenswelt und wird somit Ausdruck kultureller Vielfalt, die wir überall auf der Welt finden. Sorgfältig ausgesuchte afrikanische Stoffe werden auf innovative Art mit der Präzision europäischer Schnitte vereint. Unser Wunsch ist es, unseren eigenen Visionen kreativen Ausdruck zu verleihen und diese gleichzeitig gesellschaftlich engagiert umzusetzen: Produziert wird daher in enger Kooperation mit dem lokalen Näh- & Werk Studio in Neukölln - eine soziale Einrichtung, die Frauen aus der Umgebung die Möglichkeit bietet, ihr Handwerk auszuüben.
» malaikadesigns.de
MUSIKALISCHE DARBIETUNG
DJ Grace Kelly

Dance Music Grace Kelly ist 1996 aus Bahia in Brasilien nach Berlin gekommen. Ihre DJ-Karriere begann zwei Jahre später als sie die Gelegenheit bekam, für Afoxé Loni, eine der musikalisch anspruchsvollsten Karnevalsgruppen am Karneval der Kulturen in Berlin zu spielen. Im Jahr 2000 wurde sie zum Festival Heimatklänge – Heimat Brasilien am Tempodrom in Berlin als DJane eingeladen und blieb dem Festival viele Jahre als DJ erhalten. Seitdem hat sie großen Erfolg genossen, rockt die Decks und lässt die Tanzflächen in Berlin und auf der ganzen Welt vibrieren. In Berlin bisher hat sie auch bei Pop d'Europe, Arena, Haus der Kulturen der Welt, Berlinale, Liquidrom, Mudd Club, Far Out, der Grüne Salon, Kulturbrauerei, Tränenpalast, Hebbel am Ufer, Trompete, Volksbühne, Lido, BKA, MATRIX, Pfefferberg, Berliner Festspiele und vielen allen anderen Orten aufgelegt. International war sie u.a. in UK, Griechenland, Bali, Brasilien, Italien, Marokko, Österreich, Polen, Israel und Holland zu Gast. In Berlin und weltweit, präsentiert DJ Grace Kelly afrobrasilianische Musik und lateinamerikanische Klänge wie Baile Funk - alle durch Elektro und House gefiltert. Wie jeder Cross Cultural DJ, ist sie beeinflusst: und so hört jedes geschulte Ohr die orientalischen Breakbeats und osteuropäischen Rhythmen, die sich ihren Weg durch ihren Mix bahnen.
» soundcloud.com/djgracekelly
PREISE FÜR ZWEI WAGEN
Van Bo Le-Mentzel
Architekt (Hartz IV Möbel, DeutschPlus e.V)
Van Bo Le-Mentzel ist mit der Erfindung der Hartz IV Möbel bekannt geworden, einer sozialen Designbewegung, die mit Hölzern vom Baumarkt Designklassiker nachbaubar machen. Mit sogenannten "Guerilla Loungings" und dem "One-Sqm-House" untersucht der Flüchtlingssohn aus Laos Fragen nach Wohlstand und Eigentum im öffentlichen Raum. Le-Mentzel ist mit diversen sozialen Initiativen engagiert und steht mit seiner Mitgliedschaft im Verein "Deutsch Plus" für mehr Vielfalt in den Köpfen, in den Herzen und auf den Straßen Berlins.
» www.deutsch-plus.de
Rachel Clarke
Theaterregisseurin & Global Change Aktivistin
Rachel Clarke ist freiberufliche Regisseurin aus Schottland, mit Schwerpunkt Dokumentarisches Theater. In Laos hat sie mehrjährig gemeinsam mit Bauernkollektiven ein Theater aufgebaut und Stücke zur Tournee in den Bergen gebracht. Das Legend Theater hat sie 2012 gegründet, das mit den Mitteln des Schau- und Puppenspiels bewegte global-lokale Geschichten erzählt. Im Rahmen der 7. Berlin Biennale 2012 hat das Ensemble Luk Khampa – Das Waisenkind uraufgeführt, zu den Auswirkungen der globalen Marktwirtschaft auf indigene Bevölkerungen. Mit der internationalen Künstlerkollektive Radical Global Change hat sie Projekte zu den Themen Basisdemokratie und Global Change initiiert. Das neueste Projekt 2050. Flashback. System Change, eine Kooperation mit dem Empros Theater, Athen erzählt von einer (noch) utopischen Zukunft jenseits des Kapitalismus.
FÜR ZWEI KINDER- BZW. JUGENDGRUPPEN
Dr. phil. Özge Tomruk
Theaterwissenschaftlerin und Theaterpädagogin
Theaterwissenschaftlerin und Theaterpädagogin. Sie studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Genderforschung und Kommunikationswissenschaft an der Universität Wien und promovierte mit dem Titel "Training fürs Leben, Methoden improvisierten Theaters: Action Theater™ und Forumtheater, Aisthesis-Bewusstsein-Veränderung." Sie ist zertifizierte Action Theater™ Lehrerin, Dozentin für Theater und Kulturelle - Ästhetische Bildung in der Kinder-, Jugend- und Erwachsenenbildung. Aktuell arbeitet sie an dem BDAT Jugendprojekt "Theater trifft facebook".
» impro-tomruk.de
Dr. Sigrid Otto
Wissenschaftliche Angestellte für Bildung und Vermittlung bei den Staatlichen Museen zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz
Sigrid Otto ist langjährige wissenschaftliche Mitarbeiterin für Bildung und Vermittlung bei den Staatlichen Museen zu Berlin und verantwortlich für die Kunstvermittlung in der Alten Nationalgalerie und der Skulpturensammlung und dem Museum für Byzantinische Kunst im Bode-Museum. Außerdem entwickelt sie das gesamte Lehrerfortbildungsprogramm im Bereich des Dialogs von Schule und Museum. Sie engagiert sich besonders für die Arbeit mit Schüler/innen nichtdeutscher Herkunftssprache und etablierte die interkulturelle Sprachwerkstatt "1, 2, 3 - Worte kommt herbei!" in der Alten Nationalgalerie - ein museumspädagogisches Angebot für Schulen in Brennpunktbezirken. Die Vermittlungsangebote für verschiedene Zielgruppen im Museum entstehen in kreativer Zusammenarbeit mit freiberuflichen Mitarbeitern. Zu Sonderausstellungen schrieb sie Kinderbücher, u.a. "Carus für Kinder", "Herr Wagener und seine Schätze". Außerdem fotografiert sie leidenschaftlich gern - und dies nicht nur im Museum (Ausstellungen zum o.g. Sprachprojekt in der Gustav-Falke-Schule in Berlin-Wedding, außerdem "Augenerlebnis Darß", "Momente der Trauer - Berliner Friedhofsimpressionen").
